Experimentelle Umnutzung einer 500 m langen und 74 m hohen, stillgelegten Förderbrücke in Stahlkonstruktion für kulturelle Zwecke (3-D-Kino, Theater, Ausstellungs- und Aussichtsmodule, Flugsimulatoren, Restaurant, Extremsportaren etc.) 

In der 43 KW ist ein örtlicher Entwurfsworkshop zur unmittelbaren Ideenfindung im Lausitzer Braunkohletagebau in Klettwitz (Brandenburg) direkt in den Gebäuden an und auf der Förderbrücke mit Übernachtungen vorgesehen. 

Es gibt nur wenige Gebiete in Europa, in denen die Widersprüche zwischen eindrucksvollen natur-räumlichen Gegebenheiten und den Folgen einer Industrialisierung so offen zutage treten, wie in den Braunkohletagebaufeldern Mitteldeutschlands, aber vor allem der Lausitz als ehemalig größter Braun-kohleproduzent der Welt. 
Um jedoch nach grundsätzlich neuen Möglichkeiten der Rekultivierung und Revitalisierung einer durch den Braunkohletagebau zerstörten Landschaft zu suchen, bedarf es kreativer und phantasievoller Nutzungskonzepte, die veränderte Landschaften einfach nicht nur repararieren, sondern sie als grund-sätzliche Chance für neue ökologische, gestalterische und ökonomische Entwicklungen zu begreifen und gegen Widerstände zu entwickeln. 
Der jedoch immense Umfang einer solchen in alle Wissensgebieten breitgefächerten Ansatz würde zeitlich und räumlich die Konzentration auf das Wesentliche einer Semesterentwurfsaufgabe ad absurdum führen, so daß hier der Entwurfsprozess nur auf die vorhandene 74 x 500 m große Stahlförderbrücke und deren potentiellen Landschaftseinbindung beschränkt wird. 
Als bizzares Maschinenmonument; in dieser Ausformung die größte Förderbrücke dieser Technologie der Welt, birgt sie einerseits als stummer, 12.300 Tonnen schwerer Vermittler Erinnerungswerte der Bergbaugeschichte und quantitativen Potentiale, da sie zu einer kreativen Plattform einer multikulturell genutzten Architektur und Landschaft weiterentwickelt, überlagert oder transformiert werden kann. 
Das Beziehungsnetz dieser monumentalen Konstruktion zwischen Mensch und Natur im Industrie-zeitalter, wird sich auf die standorttypischen Themenschwerpunkte von Wasser (des bis zum Jahre 2003 gefluteten Tagebaues), der Kohle (der Bergbaulandschaft-Folgenutzung) und des Lichtes (des Klimas, der Tag- und Nachtnutzungen) beziehen. 
Das derzeit für die Öffentlichkeit geöffnete Ferropolis in Sachsen-Anhalt, zeigt nicht zugängliche, ohne unmittelbare Folgenutzung stillgelegte Kohlebagger, die jedoch in Vergleich zu der hier besprochenen Förderbrücke, wesentlich kleiner erscheinen und keiner direkten Folgenutzung innerhalb und mit der Stahlkonstruktion unterzogen werden, wie dies wohl einzigartig in der Lausitz ermöglicht werden könnte. 
 

Leistungsbild für Architekten 

Grundlage:  Ansichts- und Grundrissplan der Förderbrücke im M. 1 : 500, Digitalisierte Fotos 

1. Zeichnerische, perspektivische Fallstudien (Transformationsschritte - Variantenbildungen) zur Ideenfindung 
2. Schriftliches oder zeichnerisches Nutzungs- bzw. Umnutzungskonzept (primär) in Verbindung mit der landschaftsräumlichen Einbindung (sekundär) im M. 1 : 5 
3.  Grobdarstellung des Nutzungs- und innenräumlichen Konzeptes unter Berücksichtigung der funktionalen Bezüge der Förderbrücke zum Umfeld 
4. Darstellung der Nutzungs- und Baumassenverteilung, der eingefügten, transformierten Gebäudehöhen bzw. der Zahl der Geschosse, der Dach- u. Wandformen, der Förderbrücken - bzw. Gebäudeerschließung und Freiflächengestaltung 
5. Grundrisse, Ansichten, Schnitte, Freiflächengestaltung im Bereich des Museumsvorplatzes im M. 1 : 2 0 0 
6. Fassaden- bzw. Außenwanddetail (Schnitt) im ´M. 1 : 2 0 und Detailausschnitte im M. 1 : 1 0 mit genauen Material-, Struktur- und Farbangaben 
7. Farb-Raum-Licht-Studien (Tag- und Nachtbedigungen) 
8. Modell im M. 1 : 5 0 0 als akkurat bearbeitetes Architekturmodell