1. Seminar

Hier die Mitschrift des Ergebnisvortrags aus den vier Seminarraum-Gruppen. Vorgestellt und diskutiert wird die von den Teilnehmern in jedem Seminarraum ausgewählte wichtigste Frage. Jede Seminargruppe hatte in drei Untergruppen jeweils vier gleiche Fragen bearbeitet und die Ergebnisse zur Auswahl gestellt (in Summe dann 16 Fragen).


Kurzfassung (Titel der Fragen 016)

Würde eine Biowasserstoffwirtschaft zu Hungersnöten führen?

Worin besteht aus Ihrer Sicht das größte Risiko einer Biowasserstoffwirtschaft?

Was ist das unerhört Neue an einer Biowasserstoffwirtschaft?

Welche unterschiedlichen Vorstellungen von einer Wasserstoffwirtschaft gibt es?

Gruppensprecher 016:

Bei uns gab es zwei Fragen, die uns wichtig erschienen. Die eine Frage war: Gibt es die Möglichkeit, dass durch Biomasse und Biopflanzen eventuell Probleme hinsichtlich der Nahrungsversorgung entstehen könnten? Die zweite Frage war: Worin bestehen die Risiken, wenn man eine Biowasserstoffwirtschaft aufbaut? Und wir haben einfach diese beiden Fragen verbunden und gesagt: Offensichtlich ist ein großes Problem da: die Nahrung. Deshalb die Frage: Kann man es überhaupt verantworten, Landflächen, d.h. einen gewissen Anteil der Landschaft für Biomasse zur Verfügung zu stellen? Wer soll das regulieren, wie könnte man das regulieren? Da wurden verschiedene Aspekte gesehen, und es kamen mehrere Vorschläge, dass es vom Staat reguliert werden könnte, dass in Form von Steuern oder in Form von Gesetzen vorgeschrieben wird, wieviel Biomasse angebaut wird, damit nicht zuviel (davon) vorhanden ist und zu wenig Nahrungsmittel. Meines Erachtens nach könnte man es auch so sehen, dass sich auch ohne eine staatliche Subventionierung eventuell auch die Preise einigermaßen angleichen, so dass vielleicht nicht einmal die Bauern zwangsläufig sich für die Biomasse entscheiden, sondern eventuell auch von sich aus für die Nahrungsmittel.

Bastian: Das Grundproblem kompakt: Vermutlich ist Biomasse zu knapp und man wird das regulieren müssen, um Hungersnöte zu vermeiden. Das war sozusagen das Fazit, was aus den zwei Fragen herausgekommen ist. Darum herum hat man dann noch alles mögliche diskutiert. Ist es in der Dritten Welt anders? Vermutlich nicht. ...

Hinweis auf den Vortrag innerhalb der Ringvorlesung von Herrn Klemm. Er wird genau diese Frage behandeln.


Kurzfassung (Titel der Fragen 209)

Woher rührt der Konservatismus, der den Übergang zur Wasserstoffwirtschaft bremst?

Warum gibt es heute noch keine Massenfertigung von Brennstoffzellen?

Wie kann man in vier Minuten (einem Politiker) die Wasserstoffwirtschaft schmackhaft machen?

Worin besteht das größte Risiko der erneuerbaren Stromwirtschaft?

Gruppensprecher 209:

Wir haben als wichtigste Frage folgende gesehen: Es geht darum: Wie kann man einem Politiker innerhalb von vier Minuten klar machen, es ist positiv oder negativ? Was im Großen und Ganzen erst einmal herausgekommen ist: Das Negative ist ein bißchen einfacher. Man kann es eigentlich mehr mit Fragen beantworten. Weil – es geht schon los mit der Nahrungsmittelkonkurrenz, die schwere Händelbarkeit, ob das alles so funktioniert, der Wirkungsgrad und die Verluste, wenn das wirklich so ist, dass es so viel verliert, (dann) bringt es nichts, damit cancelt sich das schon. Wie soll überhaupt der Umbau der Häuser gemacht werden? Wie soll das passieren, dass jeder eine Brennstoffzelle kriegt? Das kommt gleich noch einmal. Dann die Abhängigkeit vom Wasserstoff. Es gibt nichts anderes mehr, nur noch den Wasserstoff. Du bist total abhängig. Dann kam noch auf, dass (bisher) gar kein Interesse von der Bevölkerung da ist. Und es wird auch noch nicht publik gemacht. Es gibt noch keine Diskussion darüber Warum sollte man jetzt da angreifen, wenn sich jetzt noch nicht einmal die Bevölkerung dafür interessiert, weil: Für die Solarzellen usw. gibt es das ja auch schon. Da diskutieren die ja schon. Auf die Ausbeutung der Dritten Länder („Dritte Welt“), die heute schon passiert – also dass da schon die Wälder abgeholzt werden – (wurde hingewiesen). Es wird aber erzählt, man könne eigentlich das alles in Deutschland herstellen. (Aber das) wird schon woanders her hergeholt, das ist irgendwie schon komisch. Und dann ist da noch die Wirtschaftsfrage, womit man sie (die Politiker) kriegen könnte.

Bastian: Gut, das war jetzt alles Negatives, und die positive Seite?

Sprecher: Es gibt nicht viel Positives.

Bastian. Ach so. Gar nichts Positives?

Sprecher: Jetzt kommt erst einmal die Wirtschaftsfrage. Was ist eigentlich mit dem Abbau der anderen regenerativen Energien (bzw. deren Systeme und Geräte). Was passiert mit denen? Gibt es die noch? Und was passiert mit den Firmen? Das ist schon eine große Frage. Da sterben Wirtschaftszweige ab. Die Wirtschaft wird da ganz schön viel erst einmal einbüßen müssen. Das tun sie alle nicht. Und: Wie macht man das mit den Privatpersonen? Wie sollen die das überhaupt bezahlen, ihr Haus innerhalb von zehn Jahren irgendwie umzurüsten, wenn sie gerade auf anderen regenerativen Energien umgestiegen sind – oder eben gar nicht die finanziellen Mittel dazu haben? Und was ist mit der Preisveränderung durch Steuern? Dem Staat fallen ja dann ein Haufen Steuern weg dadurch. Heute ziehen sie ja da genug Geld ab. Jetzt soll die Kilowattstunde nicht viel kosten, aber irgendwoher müssen sie doch das Geld wieder herkriegen, das sie (bisher) bei Öl und den anderen Energien (per Besteuerung bekommen) haben.

Bastian: Zusammenfassung: Große Angst! Große Ungewißheit. Und das Thema ist für Politiker eher ein Unthema. Denn wenn sie dies alles vor Augen haben, dann fangen die nicht mit so etwas an.


Kurzfassung (Titel der Fragen 210)

Was sagt Herr Bossel zu den Kosten der erneuerbaren Stromwirtschaft?

Warum muss eine Brennstoffzelle mit Wasserstoff und sollte nicht mit Erdgas betrieben werden?

Geschieht die Darstellung des Energieverlusts durch Wasserstofftransport in redlicher Weise?

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten zu klärenden Fragen?

Wahl der wichtigsten Frage :

Was ist aus ihrer Sicht die wichtigste noch zu klärende Frage?

Oder: Was sind die noch zu klärenden Fragen?

Dazu kein Vortrag.


Kurzfassung (Titel der Fragen 203):

Welche Probleme sieht Herr Bossel bei der CO2-Lagerung?

Warum ist die Wasserstoffwirtschaft, wenn sie funktioniert, ethisch geboten?

Was bedeuten 'zentrale Energiequellen' politisch?

Was sind aus Ihrer Sicht die eklatantesten Widersprüche der Vortragenden?

Gruppensprecher 210:

Bei uns hat sich die vierte Frage als die wichtigste herauskristallisiert. Und die wäre: Was sind aus Ihrer Sicht die eklatantesten Widersprüche der Vortragenden Tetzlaff und Bossel? Da hat sich herausgestellt, dass die wichtigste Frage die nach der Energieeffizienz war. Tetzlaff meinte, dass in seinem gesamten System ca. 10% Verluste entstehen, in seiner gesamten Biowasserstoffwirtschaft. Und Herr Bossel hat dem entgegengehalten, dass da weit über 50% Verluste auftreten vom Produkt zur Verwertung. Dazu muss man sagen, dass er wider dessen, was gesagt wurde bei Tetzlaff, die Stromspeicherung außen vor gelassen hat, dass er das eben gar nicht mit eingearbeitet hat in seine Verlustrechnung. Ja, das war bei uns die wichtigste Frage, nach den Verlusten im Gesamtssystem. Das müßte man halt mal einfach aufstellen, wirklich eine Gesamtrechnung. Und dann mal wirklich objektiv vergleichen. Das war die eine Sache. Und die zweite Sache, die uns auf den Fingern brannte, war der Nachweis oder der Beweis der Theorien an sich. Der Tetzlaff hat ja viele Bilder benutzt, und daraus lässt sich halt heraus – dadurch ergibt sich die Frage, wie stichhaltig sind seine Beweise, die halt viel auf Bildern basieren. Und beim Bossel war es halt so: Der hat das physikalisch alles begründet, der hat wirklich viel Statistik an die Wand geworfen und viele Gleichungen und das ist einträglicher gewesen. Das waren also die zwei wichtigsten Fragen, die sich (für) uns ergeben haben.

Niemitz: Wir hatten dann noch eine Abschlußfrage. Nehmen wir einmal an, beide haben Recht. Dies in dem Sinne, dass die (jeweils berechnete) Effizienz (Stimmt). Das ist ja ein Widerspruch, diese Annahme. Aber wenn sie beide Recht hätten, was wäre die entscheidende Frage?

Sprecher: Ja genau. Was ist die entscheidende Frage wenn beide Recht hätten, was selbstverständlich nicht geht. Das entscheidende Kriterium wird wahrscheinlich das finanzielle sein, das finanzielle Argument, was beim Politikern und beim Endverbraucher am meisten zieht. Weil: Wenn man denen eine Zahl vorlegt oder eine Zahlenfolge und sagt, okay, das lohnt sich und das lohnt sich, dann könnte man sicherlich darüber seine Leute gewinnen. Und das würde die Sache entscheiden.


Ende der Mitschrift